Sie hatten die Wahl!

Die Stimme Ihres Herzens entschied darüber, welche gemeinnützige Institution aus der Region zum „Helfer des Jahres 2015“ gekürt wird. Vielen Dank für die zahlreichen Stimmen.

Jeder Finalist erhält sicher eine Spende in Höhe von 1.000 Euro. Der Einrichtung mit den meisten Leserstimmen überreichen wir einen Scheck über 2.500 Euro.

Der Gewinner wird demnächst auf dieser Seite bekanntgegeben.

Inklusive Wohngemeinschaft - Lebendiges Miteinander

Das Verständnis ihrer Mitmenschen wäre ihr sicher gewesen, wenn sich Bernadette Bros-Spähn als Mutter einer mehrfach behinderten Tochter aus dem Leben zurückgezogen und mit dem Schicksal ihrer Familie gehadert hätte. Aber sie tat genau das Gegenteil: Gemeinsam mit anderen Eltern gründete sie 1996 den Verein „Integration statt Aussonderung“, der sich zunächst um das schulische Miteinander von behinderten und nicht behinderten Kindern kümmerte, später um den Übergang von der Schule in den Beruf – und schließlich um die Frage: Wo können unsere Kinder später wohnen?

So begann sie 2007 damit, zusammen mit ihrem Unterstützerkreis, die Konzeption für eine Einrichtung zu schreiben, die 2012 unter dem Namen „Inklusive Wohngemeinschaft Ludwigshafen (IGLU, www.iglu.gemeinsamleben-rheinlandpfalz.de)“ eröffnete. Hier leben vier behinderte Menschen mit sechs Nichtbehinderten zusammen: so selbstständig wie irgend möglich und dennoch im Schutz einer Gemeinschaft, in die jeder seine ganz persönlichen Stärken einbringt.

An Anerkennung für ihr Engagement mangelt es Bernadette Bros-Spähn nicht. 2014 beispielsweise erhielt IGLU den Brückenpreis des Landes Rheinland-Pfalz. „Ganz anders sieht es leider mit konkreter Unterstützung aus“, bedauert sie. „Wenn es um öffentliche Gelder geht, wird es ganz schnell ganz schwierig. Deshalb sind wir so sehr auf Spenden angewiesen.“

Haus Bethanien - Hoffnung stärken; Wege finden

Der Mann war ungefähr Mitte 40, als er ins Haus Bethanien kam. Er war wohnungslos, schwer alkoholabhängig und wegen eines bis dahin nicht diagnostizierten Gehirntumors drauf und dran, zu erblinden. Heute ist er trocken, lebt völlig selbstständig in einer eigenen Wohnung und erfreut sich bester Sehkraft.

Sind es Geschichten wie diese, die Heidi Nieke die Power geben, sich der Menschen anzunehmen, die aus den verschiedensten Gründen am Rand der Gesellschaft stehen? „Auch, aber nicht nur“, sagt die Einrichtungsleiterin, die gleichzeitig geschäftsführender Vorstand des Vereins Haus Bethanien ist. „Ich freue mich auch an kleinen Erfolgen – zum Beispiel wenn wir jemandem, der vorher keine Hoffnung mehr hatte, den Weg zu ein bisschen Lebensqualität bereiten können.“

Ihre Klienten sind Leute, die irgendwie durchs gesellschaftliche Raster fallen: nicht alt und kaputt genug fürs Pflegeheim – aber auch längst nicht mehr fit genug für ein geregeltes Leben. „Zu uns kommen Menschen mit psychischen und/oder Suchtproblemen, mit sozialen Schwierigkeiten und/oder ohne Wohnung“, präzisiert Nieke. „Menschen, die oft gar nicht wahrhaben wollen, dass sie Hilfe brauchen.“

Im Haus Bethanien erwartet sie ein multiprofessionelles Team: neben Sozialpädagogen zum Beispiel auch Spezialisten für Ergo- und Arbeitstherapie sowie eine Krankenschwester. Und vor allem erwartet sie etwas, was sie lange vermissten: ein bisschen Lebensfreude.

Street Docs - Heilen für umme

Als Walter Münzenberger, der Geschäftsführer der Ökumenischen Fördergemeinschaft Ludwigshafen, dem Internisten Dr. Peter Uebel zum ersten Mal von seiner Idee erzählte, konnte der gar nicht glauben, dass so etwas wirklich nötig sein könnte. Gibt es in Deutschland wirklich Menschen, die nicht zum Arzt gehen können, wenn sie krank sind?

In der Tat: Es gibt sie und es sind gar nicht so wenig. Mehr als 550 Behandlungen haben die Street Docs Ludwigshafen seit ihrer Gründung im Oktober 2013 bisher durchgeführt – knapp die Hälfte davon für Patienten ohne Krankenversicherung.

Die Street Docs, das sind 12 bis 15 Ärzte und 10 Arzthelferinnen, die an jedem Mittwochnachmittag nach der bezahlten Sprechstunde noch ehrenamtliche Sprechstunden haben: In mehreren Praxisräumen an verschiedenen sozialen Brennpunkten der Stadt behandeln sie Menschen, für die die Maschen unseres Gesundheitssystems aus irgendeinem Grund nicht eng genug sind.

„Inzwischen“, sagt Münzenberger, „helfen bei notwendigen Folgetherapien auch einige Fachärzte mit.“ Und unter Federführung von Professor Dr. Günter Dhom haben sich jetzt auch Zahnärzte bereitgefunden, bei den Street Docs mitzuarbeiten. Der dafür nötige Zahnarztstuhl wurde aus den Teilen von drei gebrauchten Stühlen zusammengebaut, das Röntgengerät ist ebenfalls gebraucht – bei einem Projekt, das sich ausschließlich aus Spenden finanziert, gehört Improvisieren zum Tagesgeschäft.

Deutscher Kinderschutzbund - Die Nummer gegen Kummer

Rund 5.500 Mal im Jahr läutet beim Ortsverband Mannheim des Deutschen Kinderschutzbunds das Kinder- und Jugendtelefon. Die meisten Anrufer sind zwischen 12 und 15 Jahre alt und sie brauchen jemanden zum Reden – einen Menschen, dem sie vertrauen und den sie in ihrem unmittelbaren Umfeld offenbar nicht finden. Zum Glück geht es mehrheitlich um eher undramatische Themen.

„Ungefähr jedes dritte Gespräch dreht sich um Partnerschaft oder Liebe, jedes vierte um Sexualität“, resümiert Rudy Kupferschmitt, der Geschäftsführer des Ortsverbands. Aber manchmal berichten die jungen Ratsuchenden auch über Gewalt in der Familie, über Missbrauch oder Drogensucht.

Und in diesen Fällen stoßen die ehrenamtlichen Gesprächspartner, die im Rahmen einer 100-stündigen Ausbildung optimal auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, an ihre Grenzen: Solche Probleme lassen sich natürlich nicht am Telefon lösen. Der Kinderschutzbund kann auch keine Hilfe vor Ort organisieren, weil die Nummer gegen Kummer ohne den zugesicherten Schutz vollständiger Anonymität gar nicht funktionieren würde.

„Aber wenn es uns gelingt, die Jugendlichen davon zu überzeugen, sich an die entsprechenden zuständigen Stellen zu wenden, dann ist schon viel gewonnen“, sagt Kupferschmitt. „Und ganz oft hilft es ihnen sogar schon, dass sie einfach über ihre Sorgen und Nöte sprechen konnten.“