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Interview mit Ines Hotz

Ines Hotz im Interview

Regionalität ist unser größter Trumpf

Ines Hotz kennt die Wirtschaftsregion Rhein-Neckar wie ihre Westentasche. Bereits vor der Jahrtausendwende begleitete die Bankbetriebswirtin Unternehmen vor Ort – als Beraterin, Sparringspartnerin, Problemlöserin. Seit Juni 2025 leitet sie den Bereich Firmenkunden bei der VR Bank Rhein-Neckar. Im Interview spricht sie über Regionalität als Wettbewerbsvorteil, die Erwartungen des Mittelstands und ihre Ziele für die Zukunft.

Über 30 Jahre war die Welt der Sparkassen Ihre berufliche Heimat. Was hat Sie dazu bewogen, zur VR Bank Rhein-Neckar zu wechseln?

Ich wollte eine andere Unternehmenskultur erleben und neue Perspektiven gewinnen. Da ich fest in der Region verwurzelt bin, kam eine Großbank für mich nie in Frage. Firmenkundengeschäft lebt von Nähe: im persönlichen Kontakt vor Ort, auf Augenhöhe, egal ob Handwerksbetrieb oder Großindustrie. Die partnerschaftliche Beratung der VR Bank Rhein-Neckar hat mich sofort angesprochen.

 

Was macht die neue Aufgabe besonders?

Unsere Genossenschaftsbank ist auf Wachstumskurs und sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz aktiv. Unser gemeinsames Ziel ist die Gewinnung neuer Geschäftsverbindungen. Das bringt einen breiten Branchenmix mit sich – von Industrie und Technologie über Landwirtschaft bis zu Dienstleistung und Handel. Jeder Betrieb ist anders. Ein Start-up hat andere Bedürfnisse als ein Bauträger oder ein etabliertes mittelständisches Familienunternehmen. Diese Vielfalt macht jeden Tag spannend.

 

Wie garantieren Sie trotz der großen Bandbreite eine qualitativ hochwertige Beratung?

Wir haben unser 30-köpfiges Team nach Kundengruppen und Unternehmensgrößen organisiert. Ob Start-up-Finanzierung, Nachfolgeplanung oder Investitionsvorhaben, die Beraterinnen und Berater kennen die spezifischen Herausforderungen ihrer Firmenkunden sehr genau. Unterstützt werden sie durch unser digitales Business Center, das Kundenanliegen schnell löst. Mit unserem wertschaffenden betriebswirtschaftlichen Beratungsansatz möchten wir als Gesprächspartner und Impulsgeber auf Augenhöhe agieren.

 

Was erwarten Unternehmen heute von ihrer Hausbank?

Die Bank wird zunehmend als Sparringpartner gesehen. Firmenkunden setzen ein tiefes Verständnis für ihre Branche und ihr Geschäftsmodell voraus. Der persönliche Kontakt bleibt entscheidend. Durch die fortschreitende Digitalisierung sind zudem schnelle Prozesse, eine hohe Erreichbarkeit und durchgängige Servicequalität über alle Kanäle hinweg gefragt. Wir als Bank müssen analoge Stärken und digitale Erlebnisse zu einem schlüssigen Gesamtangebot verbinden.

 

Wie positionieren Sie sich im Wettbewerb mit Großbanken?

Regionalität ist unser größter Trumpf. Wir kennen die Unternehmen vor Ort, entscheiden schnell und bleiben langfristig an ihrer Seite. Als genossenschaftliches Haus denken wir langfristig, nicht in Quartalen. Wir schließen keine Branchen aus strategischen Gründen aus. Verlässlichkeit ist unser Versprechen – und das über Generationen hinweg.

Besprechung in der Bank mit mehreren Leuten an einem Tisch

Der Mittelstand steht aktuell unter großem wirtschaftlichen Druck. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden?

Das schwache Wachstum sowie die wirtschaftlichen und globalen Unsicherheiten treffen viele Unternehmen hart. Investitionen werden aufgeschoben. Deshalb schauen wir auf die gesamte Bedarfspalette: Finanzierung, Risikoabsicherung über unseren Partner R+V, betriebswirtschaftliche Beratung und Vermögensthemen im Private Banking exklusiv für unsere Firmenkunden. Wir begleiten Unternehmen in jeder Lage, sei es im Aufschwung oder Gegenwind. Wichtig ist, flexibel zuzuhören und passgenaue Lösungen zu entwickeln.

 

Viele Unternehmen beschäftigt nach wie vor die Energiewende. Welche Rolle spielen Sie dabei?

Eine wichtige. Wir kooperieren eng mit regionalen Partnern und erschließen Zugang zu öffentlichen Fördermitteln. Ein eigenes Geschäftsfeld widmet sich der Finanzierung von Wohnungseigentümergemeinschaften. Gerade im Gebäudebestand gibt es enormen Investitionsbedarf bei Wärmewende und Sanierung. Hier wollen wir sichtbar sein und Impulse setzen.

 

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Ich verstehe mich als vertriebsbegeisterte Repräsentantin unseres Hauses. Gemeinsam mit meinem Team möchte ich die VR Bank Rhein-Neckar als ersten Ansprechpartner für Firmenkunden in der Region etablieren. Dafür gehen wir aktiv auf Unternehmen zu – im persönlichen Gespräch, bei Veranstaltungen und in Netzwerken. Als Genossenschaftsbank verstehen wir uns als Brückenbauer: Wir bringen Kundinnen und Kunden, Mitglieder und Partner zusammen und schaffen Räume für Austausch. So entsteht ein regionales Ökosystem, in dem alle voneinander profitieren.

Ines Hotz wird vorgestellt

Zur Person

Ines Hotz,

Jahrgang 1973, absolvierte nach ihrer Ausbildung zur Finanzassistentin bei der Sparkasse Mannheim eine Weiterbildung zur Bankbetriebswirtin. Über 25 Jahre war sie im Firmenkundenbereich tätig, zuletzt als Bereichsleiterin Firmenkunden bei der Sparkasse Heidelberg. Seit Juni 2025 verantwortet sie als Prokuristin das Firmenkundengeschäft der VR Bank Rhein-Neckar. Zudem ist sie Mitglied des Vorstands der bankeigenen Stiftung „Hilfe zur Selbsthilfe“. Sie ist verheiratet, hat eine achtzehnjährige Tochter und lebt ihre Tierliebe mit zwei Hunden und drei Schildkröten aus. Privat genießt sie die Zeit mit ihrer Familie und unternimmt gerne Städtereisen.